20 Oktober 2017

Unterwegs mit titantina - Therme Laa *


Familienoase Familientherme


Ein Kurzurlaub in der Therme ist immer ein Highlight für Groß und für Klein, vor allem genau dann, wenn wir es uns vor dem Kamin gemütlich machen, und die Temperaturen an manchen Tagen bereits Richtung Nullpunkt klettern, wir aus dem Fenster schauen, und uns bei nebelverhangenem kaltfeuchten Wetter fragen: " Gehen wir hinaus, oder bleiben wir doch noch eine Weile hier drinnen bis sich die Sonne blicken lässt?" Und obwohl wir uns immer wieder zu Recht als eingefleischte Outdoorfans á la "schlechtes Wetter gibt es keines, nur schlechte Bekleidung" outen, gibt es sie sehr wohl, diese Tage, an denen die Gemütlichkeit eines #slowday Oberhand gewinnt. Faulenzen muss sein, um Abstand zum oft recht stressigen Alltag zu gewinnen! Zum Ausklang des Tages noch ein heißes Bad, so sehen gemütliche Tage aus, in denen wir einfach nur die Seele baumeln lassen. Denn warmem Wasser liegt definitiv heilende Wirkung zugrunde. Während das nasse Element in Kindern die Spielfreude entfacht, entspannt es Seele und Körper ungemein. Warum also nicht ein gemeinsames Familienwochenende dem Wasser widmen?

Auf geht's nach Laa an der Thaya

Unser letzter Thermenbesuch lag eine gefühlte Ewigkeit zurück. Wir erinnern uns an eine Zeit, in der der Goldjunge seine ersten Schritte wagte, im Babypool plantschte und das Fräulein einen Riesenspass beim Rutschen hatte. Und so entschlossen wir uns kurzerhand zu einem Thermenbesuch in das nahegelegene Laa an der Thaya im Weinviertel, an der Grenze zu Tschechien, einem verträumten idyllischen Städtchen umringt von viel Natur, weiten Feldern und Weingärten.

Es ist 11 Uhr. Voller Vorfreude nach einer einstündigen Fahrt durch wunderschöne Herbstlandschaft, welche sich an diesem Wochenende in den leuchtendsten Herbstfarben mit in der Luft schwebenden meterlangen Spinnweben, wie sie der typische Altweibersommer sein eigen nennt, präsentierte, erreichen wir nach Fräuleins liebstem Frage-Antwort-Spiel "wie lange fahren wir jetzt noch? -Wir sind gleich da", das genau dann seinen Höhepunkt erreicht, wenn ein Vorhaben sehnlichst erwartet wird, den Eingang des Thermenhotels der Therme Laa.





Wenn schon Therme, dann soll diese auch im Sinne eines erholsames Wochenendes in vollsten Zügen ausgekostet werden können, so unsere Überlegung, und deshalb werden wir ganze 2 Tage dem Element Wasser in der Therme Laa widmen.


Panoramasuite Therme Laa


Nachdem wir ruckzuck unser gemütliches Panoramazimmer mit Terrasse und weitem Ausblick auf Gelände und Natur bezogen haben, geht es ohne zu zögern über die sonnendurchflutete Brücke der Sinne mit ihren berauschenden Düften direkt in die Familienoase, wo wir eine großzügig angelegte Liegeinsel unser eigen nennen dürfen.

Therme Laa




Wir kommen zu dem Schluss: so gemütlich und angenehm ruhig hatten wir es bis dato in keiner Familientherme! In dem neu erbauten exklusiven Trakt findet man neben praktischer Basis- Ausstattung wie Stillkissen, einer Kücheninsel, Wickelraum und Hygieneartikel alles, was man für  ruhige Stunden und vielleicht auch das Mittagsschläfchen der Kleinsten benötigt. Family Spa Atmosphäre sozusagen! Auch Herr W und ich lassen uns sogleich auf der Liegelandschaft unter Dünenmalerei und Palmen neben einem Schaukelkamel mit dem Gedanken"jetzt erst mal gemütlich entspannen, und dann geht's mit den Kindern ab in die Kinderwelt!" Doch wie es meistens so kommt mit Kindern, nämlich unverhofft, wird jede noch so akribisch im Vorfeld geplante Organisation verworfen, wenn man sich in einer neuen Umgebung befindet, die geradezu danach ruft, entdeckt zu werden.

Splish Splash. Abenteuer Wasser 

Ehe wir es uns versehen, sind wir auch schon eine Etage tiefer in das wohlig warme Wasser abgetaucht. Die Kinderwelt ist durch ihre niedrige Einstiegshöhe prädestiniert für Wasserfreuden für die Allerkleinsten, aber auch das Fräulein mit ihren 8 Jahre ist kaum von der Kleinkinderrutsche und dem Wasserlauf, dem Kindermagneten schlechthin, wegzubekommen. Das Highlight stellt für das Fräulein jedoch die 90 Meter lange Erlebnisrutsche mit Geräusch- und Lichteffekten dar, während ich es mit Babybauch vorziehe, das 36 Grad warme Wasser zu genießen und dem Goldjungen bei ausgelassenem Treiben zuzusehen.





Direkt im Anschluss an die Kinderwelt erreicht man über das zentrale Indoor Thermenbecken mit Wildwasserkanal das Outdoor Massagebecken und meinen absoluten Favoriten der gesamten Anlage: das 37 Grad warme Solebecken.




Hier tummelt sich Groß und Klein, in einer Atmosphäre, die zum Verweilen einlädt, und in der man merkt: hier sind auch die jüngsten Besucher willkommen. Das Fräulein ist inzwischen zur Unterwassermusik abgetaucht, und wir genießen wie die anderen Sonnenanbeter die intensive Herbstsonne, die sich an diesem Wochenende mit sommerlich anmutender Stärke zeigt.






Der Altweibersommer macht seinem Namen alle Ehre. Er macht es sogar möglich, dass wir die Außenanlage barfuß erkunden, und siehe da, wir sind mit unserer Idee nicht alleine: unzählige Thermenbesucher zieht es unweigerlich an die Frischluft. Sie besetzen die nach der Sonne ausgerichteten Liegen und genießen die warmen 24 Grad im Freien, und das Mitte Oktober. Wir sind begeistert!

Kinder und Sauna?


Ja, warum nicht! Schwanger und Sauna? Ja, auch das ist möglich, vorausgesetzt man beachtet einige wichtige Kriterien, und man konnte bestenfalls bereits davor Erfahrung mit dem Saunieren sammeln. In der eigens für Familien konzipierten Textilsauna fühle ich mich als Schwangere im 5. Monat bestens aufgehoben, und auch die Kinder machen ihre erste positive Erfahrung mit Dampfkammer, Kräuterhütte und niedrig temperierter Baumhaussauna.

Textilsauna Familientherme


Mama, ich hab' Hunger

So ein Tag im Wasser macht müde und hungrig! Über die gemütliche und einladende Loggia, bei der wir unbedingt einen Stopp einlegen mussten -so fand neben dem erkundungsfreudigen Goldjungen auch mein detailverliebtes Auge -ging es weiter Richtung Restaurant Feinspitz.






Regionalität wird hier großgeschrieben, und das macht sich nicht nur in der Zusammenstellung der Speisenvariationen sondern auch in der Qualität der biologischen Produkte bemerkbar. Kürbisse, Salate, heimische Schmankerl der Saison aus der Region Weinviertel, produziert von lokalen Bauern und Spezialitäten aus dem internationalen Bereich lassen erkennen, worauf der Schwerpunkt des bio- teilzertifizierten Betriebes basiert.


Restaurant Feinspitz

Abendliche Restaurantbesuche mit Kleinkind werden ja an und für sich für uns erfahrungsgemäß in die Liga "unentspanntes Abendprogramm" eingereiht, und mitunter kommt es auch vor, dass aktuell Restaurantbesuche dezent umgangen werden.  Kaum hat der flinke Goldjunge, der sich ja im klassischen Trotzalter befindet, den Hochstuhl erklommen, dauert es keine 2 Minuten, dass er lautstark sein Unbehagen äußert und von seiner erhobenen Position so rasch wie möglich auch schon wieder herunter möchte. Warum, das hat meist mehrere Gründe. Hat er vielleicht gerade heute den Mittagsschlaf ausgelassen und ist er deswegen so aufgekratzt? Ungeduld gepaart mit Entdeckungseifer oder reiner Bewegungsdrang? Wie auch immer, für uns bot sich vor Ort ein Bild, das uns Eltern schmunzeln und zugleich aufatmen ließ, denn es war augenscheinlich: wir sind hier nicht die einzigen. Eine Reihe von Gästen mit Babys, Kleinkindern und Kindern aller Altersstufen in einem Raum gemeinsam mit kinderlosen Hotelgästen, die auch ob der etwaigen Unberechenbarkeit der Kinder nicht das Weite suchen oder uns gar abfällige Blicke ernten ließen. Eine Situation, die sich uns so in einem Restaurant der gehobeneren Klasse noch nicht präsentierte. Schön, dass hier Familienfreundlichkeit so groß geschrieben wird!


An dieser Stelle ganz herzlichen Dank an das Team der Therme Laa, die uns den Aufenthalt ermöglicht hat!


Auszeit gefällig?

Für uns ist klar: wir kommen wieder! Ob mit oder ohne Kinder, das reichhaltige Angebot der Therme hat uns alle von Klein bis Groß überzeugt. Deshalb werden im Hause titantina bereits die nächsten Pläne in Richtung sinnvoller Freizeitgestaltung geschmiedet. Das der Therme angeschlossene Silent Spa mit seinen Relaxoasen, Ruhezonen und seiner abwechslungsreichen Spa Landschaft scheint der optimale Ort zu sein, um in entspannter Atmosphäre Energie zu tanken und einfach mal nichts tun zu müssen. Perfekt für eine Mama-Papa-Auszeit, oder?

Ich wünsche Euch einen guten Start in ein entspanntes Wochenende!

                                                                           Eure Tina




*der Beitrag ist in Kooperation mit der Therma Laa entstanden.




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06 Oktober 2017

Baby DIY- Vintage Häkel Bonnet



Das Häkelfieber packt mich immer zur selben Zeit. Weder im Frühling noch im Sommer überkommt mich die Lust, die Häkelnadeln zu schwingen. Ob es an den milden Temperaturen liegt, die mich an die frische Luft treiben, und ich Häkeln unweigerlich in Verbindung bringe mit dem Indoor Häkeln, ich bin mir da nicht so sicher. Das Häkeln hat für mich zweifelsohne einen sehr gemütlichen Charakter, und bei dem Gedanken daran kommen mir Bilder von Kachelofen, Couch, kuscheliger Decke und Temperatursturz in den Sinn.




Ja, Häkeln hat durchaus etwas Heimeliges und Meditatives an sich, und ich habe mit Anbeginn der Herbstsaison einen Wunsch verspürt, eine diese zauberhaften Vintage Mützen selbst zu häkeln. Ich hatte eine genaue Vorstellung im Kopf, und mit dieser habe ich mich auf die Suche nach einer kostenlosen Anleitung aus dem Netz begeben. Ich wurde nach ausgiebiger Recherche bei Ravelry fündig, und wusste sogleich: diese Erstlingshaube MUSS es werden, schnappte mir ein neues weiches Baumwollgarn mit hohem Merinoanteil, und ich hoffte insgeheim, die Häkelvorlage würde gut mit Nadel. und Garnstärke übereinstimmen. Ich entschied mich für die Merino Extrafine Silky Soft 120 bei einer Nadelstärke von 4mm. Übrigens, die Häkelgarne/Wolle erstehe ich  meistens im Ausverkauf bei unserem nah gelegenen Handarbeitsgeschäft. Dort kann ich die Wolle vor Ort befühlen und so einen ersten Eindruck über Verarbeitungsmöglichkeiten gewinnen, um sicher zu gehen, ob sich die Wolle in Punkto Qualität und Stärke auch für das ein oder andere Vorhaben eignet. Höchtes Augenmerk liegt bei Babyaccessoires natürlich auf angenehmem Tragekomfort: schön weich soll es sein und so natürlich wie möglich.





Das gute Stück war im Handumdrehen gehäkelt, und das Muster sieht auch durch den Einsatz der Puff-Flower am Hinterkopf sehr reizend aus. Doch als ich die Mütze fertiggestellt hatte, kamen die ersten berechtigten Zweifel in Punkto Größe auf. Anhand einer Neugeborenenmütze nahm ich erneut Maß, und musste feststellen, dass meine Häkelmütze tatsächlich etwas zu klein war, sowohl in Länge als auch in Breite. Die Lösung war schnell gefunden, und ich häkelte zum Abschluss zusätzlich 2 Reihen aus festen Maschen an den Halsausschnitt und fügte 2 Reihen des Musters in der Breite hinzu.                                         
                                                             Voila, nun passte sie perfekt!



Ihr könnt auch denken, dass es nicht bei dieser einen Haube blieb, denn ich wollte sicherheitshalber auch eine geschlechtsneutrale Alternative dazu haben. Es haben sich inzwischen einige Häkelvorlagen, allesamt freebies aus dem Netz, als absolute Favoriten mit Suchtfaktor erwiesen. Ich halte Euch am Laufenden!

                           Lasst mich wissen, welche Häkelvorlage zu Euren Favoriten zählt!



Habt ein schönes Herbstwochenende!

Eure Tina




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30 September 2017

Alltagsgeschichten: 2 Jahre Kleinkind



Der Goldjunge ist ein Herbstkind. Das Fräulein ein Frühlingskind und das dritte Kind wird ein Winterkind. Das hat genau so wie beim Goldjungen zwar den Nachteil, dass die Jahreszeit nicht unbedingt zu einem gemeinsamem Pläuschchen auf der Terrasse unter freiem Himmel einlädt, aber jede Jahreszeit hat seinen eigenen Zauber. Der Herbst ist aktuell mein Favorit, denn der Sommer war mir persönlich auch wegen der besonderen Umstände zu heiß und ermüdend. Der Herbst ist unbestritten die Jahreszeit, die an lauen lichtdurchfluteten Tagen das harmonischste Licht und die wärmsten Farbtöne hervorbringt.



The sun can't shine every day

Momente des Unbehagens hatten sich in den letzten Monaten unweigerlich in unseren Alltag eingeschlichen. Bei jeder Situation, in der ein „nein“ von Seiten des Goldjungen zu erwarten war, erhielt ich nicht einmal das, sondern es wurde kurzerhand drauf los geschrien und getobt. Dinge wurden zu Boden geschmissen, und ich hatte den Eindruck, der Bube ist in diesem Zustand der emotionalen Überforderung gefangen, und findet aus diesem nicht mehr heraus. Einen klaren Kopf bei diesem nicht enden wollenden Lärmpegel zu bewahren ist wahrlich kein einfaches Unterfangen, und so ertappte ich mich nach einer gefühlten Ewigkeit, die auch schon mal 40 Minuten anzuhalten schien, dabei, meine Stimme zu erheben, mit der einzigen  Intention, diesen belastenden Zustand zu verkürzen. Doch ich merkte: je mehr ich auf ihn einzureden versuchte und mit meiner eigenen Stimme das Toben unterdrücken wollte, desto mehr verschlimmerte sich die Gesamtsituation. Eigentlich eine total verständliche Konsequenz, aus der Ferne betrachtet, und rein theoretisch total nachvollziehbar, und klar, wem reißt nicht auch einmal der Geduldsfaden. 
“Ausharren und abwarten", so Option eins, oder doch lieber die Flucht ergreifen à la "aus den Augen aus dem Sinn" um das Weite suchen, wenn es gar nicht mehr gehen mag,  so Option zwei. Einer Fragestellung an mich selbst und mein Bauchgefühl, das mich in solchen Situationen nie im Stich gelassen hatte.



Eines war mir klar: irgendetwas in mir sträubte sich gegen diese oft in Ratgebern empfohlene AUSZEIT, dieser Wunsch, von unserer Seite, das tobende Kind würde sich (besser/schneller) beruhigen, wenn es von uns entfernt werden würde, in seinem eigenen Zimmer abgeschottet, mit dem einzigen Ziel, sich zu beruhigen. Dieses gezwungene Im-Zaum Halten und „denk doch mal nach und beruhige dich“-Methode fühlte sich für mich nicht richtig an, auch wenn ich zweifelsohne vor Jahren bereits meine Erfahrung im Umgang mit Fräuleins Trotzanfällen damit gemacht hatte. Heute jedoch kommen Zweifel bei dieser Methode auf, und ich stelle mir unweigerlich die Frage:“Ist ein Kleinkind überhaupt fähig dazu, aufgeladen von Emotionen, in eine bestimmte Richtung über den Vorfall „nachzudenken?“ Oder braucht es nicht doch uns Eltern, die dem Kind verhelfen, in einer solch verfangenen Situation, in der sie verstrickt sind, gemeinsam wieder herauszukommen?


Bloomingville Teppich von Bea Bitzer


Leichtigkeit

Klar, diese Vorfälle sind Teil des Kleinkindalltages, sie sind essentieller Bestandteil der kindlichen Entwicklung und ein ja an sich positives Zeichen für die Autonomiebestrebungen des Kindes. Und sie sind unbestritten herausfordernd, aber zugleich merke ich, dass sich etwas Grundlegendes und Gravierendes verändert hat. Es ist wieder ein Stückchen Leichtigkeit in unseren Alltag eingekehrt. Erstens von meiner Seite, indem ich mir immer wieder vor Augen halte, warum dies und jenes passieren MUSS, und dass dies, so anstrengend es auch immer wieder sein möge, letztendlich ein positiver Prozess auf dem Weg zur Selbständigkeit des Kinder ist, und kein Beharren auf „Machtübernahme“ oder gar Böswilligkeit und Tyrannentum, denn mein Ziel ist eine liebevolle Begleitung und Verständnis für die kindliche Entwicklung.  Letzen Endes war es sicherlich auch auf die sprachliche Entwicklung der letzten Wochen, ja sogar Tage zurückzuführen, die so manche Situation entschärft hat. Kurz gesagt, wir verstehen einander um Welten besser, und ehrlich gesagt, war es für mich als Mutter eine riesige Herausforderung, erst einmal zu verstehen und herauszufiltern, worum es dem Goldjungen in so mancher Situation ihn aufreibenden Situation eigentlich ging.




JA statt NEIN

Kaum zu glauben, da noch sehr frisch, und ich klopfe bei dieser Gelegenheit auf Holz und muss mir rein beim Gedanken daran ehrlich gesagt etwas ungläubig ein Schmunzeln verkneifen, aber der Goldjunge hat uns von einem Tag auf den anderen überrascht und bringt uns immer wieder damit zum Lachen, und zwar mit den neu gefundenen Worten:

Ja.Ja. Jaaaaa!

Er liebt es und hat gleichzeitig eine Riesenfreude damit, JA zu sagen. Erst einen Tag vor seinem Geburtstag trat die große Wende ein, und ich musste direkt 2 Mal nachfragen, was ich da gehört hatte. Denn: der Goldjunge beantwortete bis dahin jede Frage unverkennbar und äußerst resolut mit einem knappen NEIN, auch wenn (!) er JA meinte. Ja, auch wieder hier: es bedarf einer akribischen Beobachtungsgabe meinerseits, denn man stellte sich insgeheim die Frage, was er uns denn bloß in Wirklichkeit mit seiner Aussage sagen mochte. Ein Beispiel gefällig? 

„Magst du einen Apfel?“ „Möchtest du in den Garten gehen?“ oder auch „Hat dir das Spaß gemacht?“ Der einheitliche Tenor war stets ein sehr eigenwilliges NEIN. Folglich sah ich mich gezwungen, ihn vor dem Aufbruch weg von zu Hause sicherheitshalber doch noch einmal nachzufragen,  was aber oft wiederum zur Folge hatte, dass er dann zu kreischen begann, weil das NEIN eigentlich ein JA zu bedeuten hatte.
Lang Ding braucht bekanntlich Weile, und alleine aus diesem Grund (und ja, ich habe es ausgetestet, ein heutiges JA bedeutet kein NEIN!) ist momentan alles um ein Vielfaches einfacher!
Der Goldjunge zelebiert das neu gewonnene Wort, und man sieht es ihm an: er hat Freude damit! Und wir mit ihm!





Kipper, Frontlader, Betonmischer...und was bitte ist ein Dumper?


Als ursprüngliche Mädchenmama hat man nicht wirklich Einblick in die äußerst umfangreiche Welt der Fahrzeuge und deren fachmännischen Bezeichnung. Zumindest nicht, wenn man selbst kein Interesse an Fahrzeugen hegt. Ich war ein Kind, das liebend gerne mit Puppen spielte, aber mit Autos absolut nichts am Hut hatte. Das Fräulein tendiert da in eine andere Richtung (ihr größter Wunsch zu Weihnachten ist ein ferngesteuertes Auto), aber in jüngeren Jahren war auch bei ihr keinerlei Leidenschaft für Fahrzeuge erkennbar, auch wenn sie seit Anbeginn an eine große Kiste mit Matchboxautos, ein Relikt aus Herrn W.s Kindheit, ihr eigen nannte.

Wieder anders der Goldjunge. Nicht, dass ich es nicht ausprobiert hätte mit diversen Alternativen, wie einer kuscheligen Waldorfpuppe, deren rote Haarpracht  einst dazu dienen sollte, den Haartick des Bubens umzulenken, was sich jedoch leider bis heute erfolglos erwies (ich berichtete bereits in den vorherigen Kleinkind-Updates hier und hier).  Fakt ist: Bausteine, ja nicht mal Werkzeug oder Bücher, in denen KEIN Fahrzeug vorkommt, haben eine Chance, in die Liga der liebsten Spielzeuge aufgenommen zu werden. Aber auch nicht die geringste Chance.

In einem unbeobachteten Moment setzte ich dem Goldjungen ein neues Buch mit liebevoll gemalten Waldbildern und Waltieren vor, detailgetreu bebildert in einem wundervollen Herbstbuch. Sogleich verschanzte ich mich hinter einer Ecke und spähte mit großem Interesse hinüber, in neugieriger hoffnungsvoller Erwartung, der kleine Fahrzeugfan würde den Inhalt des Buch mit Begeisterung aufnehmen. Und siehe da, blätternd von hinten nach vorne - so wie er es immer tat - und  in weiser Voraussicht, auf der letzten Seite befinde sich ein Überblick über die gesamte Bücherreihe, legte er das Buch resigniert und völlig desinteressiert weg, war er doch  in freudiger Erwartung, es befände sich darin doch ein Buch über Fahrzeuge! Sein Kommentar zu dieser Geschichte:“ Auto spielen“., und weg war er.



Neben Brio Bahn und Co ist es inzwischen unser neuer Teppich, der nun als kuschelige Unterlage für die vielen uralten Modellautos aus dem Jahre Schnee (sie stammen tatsächlich vom Sperrmüll) herhalten muss. Der Baumwoll-Teppich ist in Windeseile zusammengerollt, und begleitet uns schon mal von Küche ins Wohnzimmer oder an schönen Tagen wie diesen auf die Terrasse.



"Da können wir auch einen Wald darauf machen!" so Fräuleins Idee, die immer die besten Ideen hat, und zeigt auf die auf dem Schulweg gesammelnten Eicheln, Kastanien und Nüsse. Sie gruppiert sie liebevoll um den Bären und den Wald auf dem Teppich, gemeinsam mit den bunten Blättern, die sich auf der Terrasse befinden. Und siehe da, schon ist die nächste Spielidee erfunden. Es müssen ja nicht immer Autos sein :-)


               Ich wünsche euch eine hoffentlich sonnige Herbstwoche ohne Regen!


Eure Tina


















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23 September 2017

titantina unterwegs - Familienführung Stift Dürnstein



Dürnstein gilt zu Recht als Perle der Wachau. Das einprägsame Wahrzeichen, der blaue Glockenturm und die malerischen Gassen verströmen einen ganz besonderen Flair. Der Ausflug auf die Ruine, ins geschichtsträchtige Stift inmitten der idyllischen Ortschaft, umgeben von Marillenbäumen und Weingärten, die sich am Fuße der Donau über die Hänge der Ruine empor schlängeln, zählen zu meinen Kindheitserinnerungen und sind immer einen Besuch wert.



Lust auf eine Entdeckungsreise durch verträumte Gässchen entlang der uralten Stadtmauer, an dessen Seite den Weg weist und vor dessen hölzernen Toren Heurigenbuschen prangern und sich Weinreben ranken? Das Highlight unseres heutigen Ausfluges bildet heute die Familienführung im Stift Dürnstein, denn wir wollen unseren Kindern Dürnstein von einer ganz besonderen Seite näherbringen. Spannend, interessant und wissenswert!






Ein lauer Tag im September. Sonntag. Familientag. Mit unserem alten VW Bus erforschen wir ansonsten gerne die Natur, Weingärten, Wiesen und Felder, aber heute haben wir etwas ganz Besonderes geplant.



Denn wir finden: Abwechslung tut immer gut, und wir begeben uns auf kulturelle Schatzsuche in der Region. Kunst und Kultur sind Themen, die beflügeln und sie geben Einblick in die Geschichte. Sie sind essentielle Grundbausteine für das Verständnis in der Welt, in der wir leben, und erklären, hinterfragen und lassen Vergangenes in neuem Licht erscheinen. Von besonderem Interesse der Kinder natürlich genau dann, wenn geschichtliche und kulturelle Themen kindgerecht aufbereitet werden, und der oder die Kulturvermittlerin eine Beziehung zu den Kindern aufbauen kann, sie gekonnt miteinbezieht, sie anspricht und ihr Interesse weckt. So profitieren auch wir Erwachsenen von dem etwas anderen Zugang zu den mitunter nicht einfachen Kapiteln der Vergangenheit, und wir entdecken uns dabei, wie wir gespannt und neugierig der Führung lauschen, da sie uns womöglich viel verständlicher als gewohnt erscheint.

Warum trägt der Turm gerade die Farbe Blau, und hatte er diese schon immer? Was sind eigentlich Putten und warum taucht hier immer wieder das Symbol des Blumenkorbs auf?

Fragen über Fragen, denen wir wohl ohne Führung nicht auf die Spur gekommen wären!



Die Turmuhr schlägt 12. Wir treffen uns im Stiftshof, umgeben von blühenden Oleandern vor geschichtsträchtiger Kulisse, allen voran dem weißen Stiftsportal, welches sich imposant und versehen mit zahlreichen Figuren und Ornamenten, von dem sich das in erdigen Tönen gehaltene Stiftsgebäude abhebt, emporhebt. Was es mit diesem kontrastreichen Farbenspiel auf sich hat, das werden wir in Kürze erfahren. Hell und dunkel, irdisches Leben versus Himmelreich, Gut versus Böse, diese Dichotomien werden uns durch das gesamte Stift begleiten.




 Mit breitem Lächeln werden wir von der Kulturvermittlerin der Familienführung begrüßt. Ausgangspunkt ist einer der ältesten Teile des Stiftes, dem Brunnen, aus dessen Tiefe schillernde Münzen emporleuchten. Der Goldjunge ist todmüde, und eigentlich, so kommt uns in den Sinn, ja eigentlich müsste er schon längst im Träumeland schwelgen, wenn da nicht das unbekannte Terrain wäre, das es zu erforschen gibt, und wären da nicht die vielen Stimmen der Touristen, die fröhlich durch das Stift schweifen. Mittagsschlaf adé, willkommen Stift!

Um die Jahreszahlen und Epochen zu veranschaulichen und im wahrsten Sinne des Wortes "greifbarer" zu machen dient eine lange Perlenholzkette. Wir erfahren, was es mit der Gründerin Elsbeth von Kuenring auf sich hat, und wie aus dem einstigen Wirtschaftsgebäude und der Marienkapelle das imposante Stift erschaffen wurde, welches 300 Jahre später von Probst Hieronymus Uebelbacher vom ursprünglich gotischen in den barocken Stil umgebaut wurde.

 



Durch das Stiftsportal gelangen wir zum Stift, und machen Halt vor einem beeindruckenden vergoldeten Holzrelief, welches den Titel "die Sintflut" trägt. Der Vater des berühmten österreichischen Barockmalers Martin Johann Schmidt, auch bekannt unter dem Synonym Kremser Schmidt, hat es wie auch zahlreiche andere bedeutende Bildhauerarbeiten des Stifts, erschaffen. Absichtlich düster gehaltener Trakt versus durch Kuppeln hell erleuchteter, lichtdurchfluteter Haupttrakt. Die Intention des Bauherren wird hier augenscheinlich. Während der Goldjunge durch die Sitzbänke flitzt, widmen wir uns dem berühmten Gemälde der Heiligen Katharina, und erfahren, dass in einem der Glassärge der Heilige Augustinus seine letzte Ruhestätte fand.




Auf geht's zur Bildersuche! Das Fräulein ist drauf und dran, Bilder von Malereien im Kreuzgang und in der darunterliegenden Krypta und den steinernen Grabnischen wiederzufinden. Die interaktive Suche führt uns vorbei an einem besonders einprägsamen Altar im Kreuzgang, der an eines dieser Vintage Pop-up Bücher erinnert, und in Form einer dreidimensionalen Theaterkulisse erschaffen wurde.



Die Stiftsterrasse. Eine imposante Plattform, auf Fels gebaut, einst strategisch wichtiger Aussichtspunkt der damaligen Schifffahrt, erstreckt sich über dem Stiftsgarten. Ein Highlight für den fahrzeugaffinen Goldjungen, der seinen Kopf fasziniert nach vorbeifahrenden Schiffen streckt,  und auch für uns, die all die Details an Fassade und Turm inspizieren, und dank der Kulturvermittlerin die geschichtliche Hintergrundinfo dazu erhalten. Ein vergoldetes Flammenherz prangt inmitten zweier Putten, und hier ragt auch das Wahrzeichen, der symbolträchtige Glockenturm mit seinen Obelisken empor.




"Das hat mir voll gut gefallen!" so das Fräulein, das mit einem Stifteetui in einer Hand, und in der anderen ein kleines Rätselheft fröhlich und beschwingt aus dem Stiftstrakt tänzelt. Ein Blick zum Goldjungen, der sich nach übertauchtem Mittagsschläfchen quietschvergnügt und voller Elan in die vorüberziehende Touristenmenge wirft,  lässt mich schmunzeln. Das war heute ein Erlebnis für Groß und für Klein!




Habt ein schönes Wochenende!

Eure Tina










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