24 April 2018

Mit Achtsamkeit durchs Wochenbett


Ein herzliches Hallo aus dem Hause titantina direkt im Anschluss an das Wochenbett!

Die Zeit der Ruhe nach dem Sturm, das erste zaghafte und manchmal auch von Emotionen gebeutelte Kennenlernen und Willkommenheissen unseres neuen Menschenkindes Anfang März ist wie im Fluge vergangen. Mein Wochenbett war geprägt von einer noch nie zuvor dagewesenen Sehnsucht nach Ruhe und dem Wunsch, jeden Moment des Kennenlernens in all seiner Einzigartigkeit zu genießen und bewusst wahrzunehmen. Sowohl bei einer Mehrfach- als auch bei einer Erstlingsmama kann der Wunsch nach einem erholsamen, ruhigen Wochenbett gleichermaßen auf Grenzen stoßen, denn es kommt wie immer auf die verfügbaren Gegebenheiten, die bestehende Familienkonstellation, die Möglichkeit, diese unerlässlichen unterstützenden Maßnahmen in seinem Leben realisieren zu können, und natürlich auch auf seine eigene Einstellung an. In meinem Fall war von Anfang an klar: ich werde mir zur Umsetzung meiner Wünsche Unterstützung holen, um das Wunder der Geburt zu genießen und den Sturm an Emotionen, die mit diesem gewaltigen Ereignis nicht nur bei der werdenden Mutter, als auch ihres gesamten nahem Umfeldes und insbesondere der Geschwisterkinder freigesetzt werden, in vollsten Zügen auszukosten. Dies alles mit liebenswerter und beinahe aufopfernder Mithilfe von Herrn W, der in dieser Zeit die Vorteile eines Papamonats kennenlernen durfte.


Reflexion: Geburtserlebnis Revue passieren lassen

Nach dem Erlebnis Geburt wird die eine oder andere mit einer Vielzahl an intensiven oft ambivalenten Gefühlen konfrontiert, je nachdem, welchen Verlauf die Geburt genommen hat, und wie das körperliche und seelische Empfinden zu dem Zeitpunkt ist. Sind wir zufrieden und schweben entzückt im Mamahimmel oder sind wir enttäuscht oder wütend auf das Erlebte. Hätten wir uns die Geburt anders vorgestellt? Sind wir mit falschen Erwartungen an die Geburt herangegangen, oder waren wir sogar überfordert damit? Hätten wir uns einen anderen Verlauf gewünscht, und haben wir sogar mit schmerzhaften Geburtsverletzungen zu kämpfen, die einem das momentane Leben zur Qual machen? Sich in Augenhöhe mit den Emotionen zu begeben, sie wahrzunehmen und in Folge sowohl Positives als auch Negatives anzunehmen, ist Teil der achtsamen Praxis, und trägt nebenbei positiv dazu bei, das Geschehene zu verarbeiten.

Eine wertschätzende Einstellung zu seinem Körper einzunehmen, der in den letzten Monaten bis hin zur Geburt Unglaubliches geleistet hat, alle positive Momente Revue passieren zu lassen und sie vielleicht sogar als wertvolles persönliches Erinnerungsstück auf Papier zu bringen, ist von unsagbarem Wert für Körper und Seele. Versuchen wir, auf das kleine aber so gewichtige Wort "aber" zu verzichten, und die Selbstkritik beiseite zu lassen, ist das bereits der erste Schritt zu einer veränderten positiven Anerkennung dessen, was wir in dieser bewegten Zeit erlebt haben.

Auch ein kommunikativer Austausch kann Balsam für die Seele sein. Gespräche mit einem lieb gewonnenen Menschen oder der bei der Geburt anwesenden Begleitperson können sehr heilsam sein, auch, um eine andere Sichtweise als die eigene auf das Geschehen zu erlangen. So erging es mir selbst im Gespräch mit der bei der Geburt anwesenden Hebamme, die zur Geburt folgende mich sehr überraschende und bewegende Worte fand:" Es war eine wunderschöne Geburt, du hast das so toll gemacht!"




Den Moment genießen - Mehrwert Slow Life

Im Zuge meiner  Schwangerschaftsvorbereitung, die auf Achtsamkeit ausgelegt waren, hatte ich bereits den Fokus auf Entspannung und Atemtechniken gelegt. Sie sollten mich bei meiner Geburt begleiten und hatten sich tatsächlich als unglaubliche Unterstützung erwiesen, und ich bin überzeugt davon, dass sie den anfangs verlangsamten Geburtsverlauf positiv vorantrieben, ohne mir all meine Kräfte ob der fortgeschrittenen Stunde zu rauben, und nicht in die totale Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit abzudriften. Im Rahmen der achtsamen Geburtsvorbereitung wurde ich mit dem Begriff der Hortikulturzeit vertraut. So wie die Natur ist die Geburt ebenso ein Teil davon, auch wenn wir in der industrialisierten Gesellschaft unseren Fokus auf Schnelllebigkeit setzen, uns allzu oft hetzen und vorantreiben. Multitasking ist in aller Munde, wir setzen uns unter Druck, und versuchen, alles unter einen Hut zu bringen, und das meist in kürzester Zeit. Die Hortikulturzeit ist da anders. Das wird uns spätestens dann bewusst, wenn wir das Wachsen und Gedeihen in der Natur unter die Lupe nehmen. Die Auseinandersetzung mit diesem Konzept kam mir persönlich während des Geburtsverlaufes zugute, indem ich mir immer wieder während des zögerlichen Voranschreitens der Geburt, ins Bewußtsein rief: " Es dauert eben so lange, wie es dauert." Und der Krankenhausalltag musste eben warten.

Den Moment genießen, Glücksmomente konservieren. Der erste weiche Hautkontakt mit dem Winzling, der erste Augenaufschlag, die feinen Härchen an den Ohren, die verrunzelten kleinen Finger mit den bereits langen Fingernägeln...Glücksmomente konservieren und die Einzigartigkeit eines kleinen Lebewesens zu erleben ist Achtsamkeit par excellence. Vielleicht werden wir uns dadurch bewusst, dass das Neugeborene gar nicht so hilflos erscheint wie wir glauben! Höchstwahrscheinlich ist es schon in der Lage, unglaubliche Kräfte zu mobilisieren, um an die Brust heranzukommen und den Kopf in Richtung Nahrungsquelle zu bewegen.

In dem Bewußtsein, wie schnell diese erste Lebenszeit verfliegt, fällt es uns nicht schwer, uns mit all unseren Sinnen dem zu widmen, was uns gerade den Atem raubt: der Zauber der ersten Lebensstunden!




Selbstfürsorge

Mini Auszeiten für Mama sind ein Segen für Körper und Geist. Und sie haben auch einen essentiellen Nebeneffekt: sie kommen dem gesamten Umfeld zugute. Wenn man an Auszeit in der anfänglichen Babyzeit denkt, dann machen sich vielleicht bereits Anzeichen von Skepsis breit, a la "wie kann ich mir eine gezielte Auszeit nehmen, wenn der Säugling noch keinen Tag/Nachtrhythmus hat?" oder -sofern es sich um eine stillende Mama handelt - "Auszeit und Stillen, das ist doch nicht miteinander vereinbar?" Und doch sage ich: ja, das kann funktionieren! Denn ich spreche nicht von zeitlich ausgedehnten Auszeiten, sondern von diesen Mini-Auszeiten über den gesamten Tag verteilt. Setze ich den Fokus neben Baby und Familienleben nicht ausschließlich auf Haushalt und all den Verpflichtungen, die damit in Verbindung stehen, bleibt mir auch während der Schlafpausen eines Neugeborenen Zeit, um mich einer kleinen aber feinen Miniauszeit zu widmen. Auch wenn es nur eine Tasse Tee oder Kaffee ist, die ich bewusst und in aller Ruhe genieße, oder ein paar Seiten aus einem Buch. Eine andere gute Alternative: ich verbinde Angenehmes mit Alltäglichem und der oft so verpönten Hausarbeit, indem ich zum Beispiel Wäsche aufhänge während im Hintergrund meine Lieblingsmusik laufen lasse. Auch während des Stillens bleibt immer Zeit für das Meditieren und Atemübungen, und so fängt man 2 Fliegen auf einen Schlag.

Einfach gesagt: ich tue da, was mir gut tut, und aus dem ich Kraft schöpfen kann. Damit ich aus dem verinnerlichten TUN Modus austreten kann, und es mir selbst erlaube, passiv zu sein.




Achtsame Körperpflege

Wir sind gewohnt, den Vorgang des Wickelns und des anschließenden Anziehens des Babys so rasch wie möglich umzusetzen. Bei so manchem Baby (OK, ich kenne nur ganz wenige, die diesen Prozess sehr entspannt über sich ergehen lassen) endet er in einem Schreikonzert, und auch beim Anziehen lässt das Baby seinen Unmut seinen freien Lauf. Und wir? Klar, wie reagieren darauf gewöhnlich mit Stress und gesteigertem Tempo, mit dem einzigen Grund: der leidigen Situation ein Ende zu bereiten. Jedoch hat mir die Erfahrung gezeigt, dass es sich auch hier lohnt, einen Weg der Sanftheit und Achtsamkeit auszuprobieren. Auf sanftem Wege kann der tagtäglich wiederkehrende Prozess der Körperpflege unter Einbindung von bestimmten Ritualen wie Bauchmassage mit gut riechenden Babyölen die Bindung fördern, und salopp gesagt, es tut beiden Seiten gut, und vielleicht kehrt sogar der erhoffte Wohlfühlfaktor ein, und beide Seiten sind entspannt. Utopie und reine Theorie? ich sage: einfach ausprobieren! Und vielleicht wird durch ein behutsames und bewusst verlangsamtes An- oder Ausziehen der Wickelort zu einem Highlight in der Begegnung mit dem Kind.




Nimm dir Zeit

Nicht nur wir Eltern sind es, die den neuen Erdenbürger sehnlichst erwarten. Auch unser nahes Umfeld fiebert mit. Die einen entspannter die anderen wiederum machen den Eindruck, als würden sie es schon gar nicht mehr erwarten können. Vielleicht gibt es diejenigen, die immer und überall up-to-date sein wollen, dies auch einfordern, oder wiederum andere, die mit all ihren Kräften mithelfen wollen, die neue Situation gemeinsam zu meistern, und dabei -wir kennen sie alle- gut gemeinte Ratschläge erteilen.
 Und auch wenn sich die oder der eine oder andere auf den Schlips getreten fühlt, lohnt es sich, diese besondere Zeit mit all jenen zu teilen, mit der man eine vorurteilsfreie kritiklose Beziehungen hegt, denn diese sind es ausnahmslos, die einem gut tun, und einem Kraft verleihen. Vielleicht stresst uns allein der Gedanke an diese eine Person derart, dass ich das erste Kennenlernen intuitiv auf einen späteren Zeitpunkt verlege, denn es ist OK, wenn mein Gefühl mir dazu rät, mich keiner potentiell  streßbehafteten Situation auszusetzen.

Die Eingewöhnungszeit ist eine derart intensive Zeit, die die bisherige Familienkonstellation auf den Kopf stellt und die mitunter bei Geschwistern nicht ohne Konflikte und vermehrten Dramen abläuft. Umso wichtiger ist es, einen ruhigen, entspannten Raum für die ersten Begegnungen zu schaffen, auch im Sinne von Beziehungen zu allen anderen Verwandten und Bekannten. Es erfordert viel Zeit und Raum für die bestehende Familie oder das neue Elternpaar, sich dem neuen Erdenbürger zu widmen, und natürlich auch viel Geduld und Verständnis für die gravierend veränderte Lebenssituation. Gerade dann, wenn sich bereits ein weiteres kleines Kind im Familienverband befindet.
                                In diesem Sinne: Nimm dir getrost so viel Zeit wie du benötigst!


Digital Detox

Social Media hat es in sich. Einerseits verbindet es Gleichgesinnte auf virtueller Eben, andererseits löst es unweigerlich eine oft subtile Form von Abhängigkeit aus. Eine Beobachtung, die bei mir besonders in der Schwangerschaft einen fahlen Beigeschmack aufkommen ließ.  Es machte sich der Wunsch breit, ein paar Tage offline zu sein, um nicht permanent an den Gedanken (durchwegs positiver Natur!) an den digitalen Inhalten festzuhängen. Sie beflügelten zwar meine Kreativität, übten andererseits auch eine gewisse Art von Druck in mir aus, denn sie spornten mich unentwegt zu neuen kreativen Ideen an. Diese gewonnenem Impulse und deren Umsetzung
hatten bis dahin mein Leben abseits des Familienlebens immer mitgestaltet, und es ist nicht zu verleugnen, das sie mit der Zeit einen zentralen Stellenwert eingenommen hatten. Jedoch haben sie sich auch als Zeiträuber erwiesen und ich habe mich bewusst dazu entschieden, sie in dieser ganz besonderen Zeit des Wochenbetts beiseite  zu lassen bzw. sie komplett einzustellen. Innerhalb von nur wenigen Tagen meines eigenen digitalen Detoxplanes wurde mir bewusst, wie belanglos diese alltäglich gewordene Routine im Vergleich zu dem ist, was gerade in MEINEM Leben passiert. Und es ist plötzlich ganz simpel, im Hier und Jetzt zu bleiben. Zu genießen und nicht permanent an Ideen zu feilen, die im Hinterkopf auftauchten.






























Hinterlasst mir gerne einen Kommentar, welche Ideen ihr für das Wochenbett liebgewonnen habt!

Wurdet ihr mit Tipps und Ratschlägen aus eurem Umfeld konfrontiert, die ihr rückblickend anders handhaben würdet?
Was ist euch persönlich wichtig: kommunikativer Austausch mit euren Verwandten und Bekannten so rasch wie möglich oder seht ihr es so wie ich: eine Verschnaufpause einlegen und eine ruhige Umgebung schaffen?

Meine Ideen zum Wochenbett gehen übrigens in Kürze in eine nächste Runde, und ich habe einige praktische Helferleins für das Wochenbett gesammelt.



Eure Tina




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12 April 2018

DIY Baby Reinigungsöl - lieberlieblich

Ein kurzes Hallo aus der Babypause, liebe LeserInnen!

Während ich mich voll und ganz dem Märzbaby und der intensiven und zugleich wundervollen Zeit zu fünft widme, möchte ich die Gelegenheit nutzen, Euch heute mit einem Gastbeitrag zu überraschen. Die Protagonistin von heute, Sabine, widmet sich auf ihrem erfrischend kreativen Blog lieberlieblich neben Green Lifestyle dem Thema Naturkosmetik aus nah & fern, und passend zu meiner Babypause hat sie heute ein ganz besonderes Baby- DIY in petto!

Weniger ist mehr

Wie ihr wisst, spielt Minimalismus in unserem kunterbunten Familienleben eine gewichtige Rolle, auch wenn der Begriff rein auf einrichtungstechnischer Ebene gesehen, ein von mir bewundertes jedoch nicht realisierbares Ideal darstellt. Auch sehen wir uns als absolute Befürworter von dem "weniger ist mehr" Gedankengut, das auch vor Themen wie Körperpflege bei Babys und Kindern nicht Halt macht. Wie einige von euch wissen, benutzen wir, und damit meine ich vom kleinsten bis hin zum größten Familienmitglied im Hause titantina, seit mittlerweile knapp 2 Jahren fast ausschließlich Roggenmehl für die Haarwäsche, Mandelöl für die Jüngsten und Olivenöl für unreine Haut. Kurzum, wir gehen sehr sparsam mit dem Einsatz von im Handel erhältlichen Kosmetika und Produkten zur Körperpflege um. In der heutigen konsumorientierten Welt ein Zeichen zu setzen und aufzuzeigen, dass man mit einfachen natürlichen Mitteln auch ohne Einsatz von chemischen Zusatzstoffen auskommt und nebenbei sehr effektive Wirkung erzielen kann, die auch noch praktisch umzusetzen ist, klingt für viele utopisch. Ja, wir sind eben Gewohnheitstiere, aber manchmal lohnt es sich, Neues auszuprobieren, denn Naturkosmetik eignet sich auch ohne größeren Aufwand zu betreiben, perfekt zum Selbermachen.


Lieber Natur als Chemie

Sabines DIY zu Babys Körperpflege kommt wie gerufen, denn zum ersten Mal wurde ich bei meinem dritten Kind von Anbeginn an mit dem Thema irritierte, extrem empfindliche Babyhaut im Windelbereich konfrontiert.

Als erfahrener Profi in Sachen Naturkosmetik teilt Sabine heute  mit uns ihr Baby-DIY, und ich bin überzeugt davon, dass nicht nur ich als 3-fach Mama von ihrer Anleitung profitieren kann, aber lest am besten selbst!



         Baby on Board!



r zarte Babyhaut gilt: Weniger ist mehr! Da gerade der Windelbereich bei Babys sehr beansprucht sein kann, möchte ich euch ein Reinigungsöl zum Selbermachenr euren kleinen Liebling vorstellen.

Babyhaut ist äußerst empfindlich und die Kinderhaut entwickelt erst mit dem 6. Lebensjahr ihre volle Funktionsfähigkeit. Babys reagieren empfindlicher auf Kälte oder Wärme, da ihr Unterhautfettgewebe noch nicht vollständig entwickelt ist. Der Säureschutzmantel ist noch nicht stabil, die Reizempfindlichkeit ist erhöht. Die noch sehr dünne Babyhaut braucht also besonders achtsamen Schutz und eine milde Pflege.
Bitte verwendet nur hochwertige Rohstoffe für euer Baby. Manche Babys reagieren auch auf bestimmte Öle oder Pflanzen, selbst wenn diese eine sehr milde Wirkung haben. Manche ätherischen Öle sollten für Babys und Kleinkinder gar nicht verwendet werden und generell ist ein sparsames Anwenden ratsam.
Um Irritationen oder sogar Entzündungen der Babyhaut im Windelbereich vorzubeugen, möchte ich euch ein Rezept für ein sanftes Reinigungsöl mit Kamille und Ringelblume vorstellen. Das Reinigungsöl wird auf ein Tuch oder einen Waschlappen aufgetragen und damit kannst du dann die Haut sanft reinigen.





Los gehts mit dem  Baby Reinigungsöl: 

Was ihr benötigt:

r einen warmen Ölauszug benötigt ihr eine Schüssel für das Wasserbad und eine Schüssel für das Pflanzenmaterial, welches ihr dann in das Wasserbad stellt. Ebenso benötigt ihr ein Tuch oder einen Kaffeefilter zum Abseihen, eine Waage sowie ein Gefäß r euer fertiges Öl. Desinfiziert  alle Arbeitsmaterialien, das erhöht die Haltbarkeit und schützt vor Verunreinigungen (Ich reinige vorab mit Alkohol 70%, in der Apotheke erhältlich).

Und hier ist das Rezept:

100 g Ringelblumenölauszug
100 g Kamillenölauszug
40 g Mandelöl

So wirds gemacht:

Zu Beginn stellt ihr beide Ölauszüge her. In einer Schüssel bedeckt ihr eine Handvoll getrocknete Ringelblumen mit Mandelöl und stellt sie ins Wasserbad. Das Wasser sollte nicht kochen, nur gelegentlich blubbern. Lasst nun deinen Ölauszug 2-3 Stunden am Herd ziehen. Genauso wie ihr den Ringelblumenauszug gemacht habt, stellt ihr auch den Kamillenblütenauszug her. Die Öle seiht ihr dann durch ein Tuch oder einen Kaffeefilter ab. Füllt nun beide Ölauszüge mit dem restlichen Mandelöl in einen Pumpspender ab.


Die Anwendung:

Das Reinigungsöl könnt ihr mit der Pumpflasche einfach auf ein Tuch oder einen Waschlappen auftragen und ruck-zuck ist euer kleiner Schatz wieder sauber!

  
Habt ihr Interesse an Naturkosmetik, DIY und Green Lifestyle? Ich freue mich wenn ihr meinen Blog lieberlieblich besuchst!

Alles Liebe,
Sabine




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25 Februar 2018

Babypause-Schwangerschaftsrückblick und Off time




                                                         
In Kürze wird uns das Märzbaby überraschen, und wir sind schon gespannt, ob aus dem Märzbaby doch noch ein Februarbaby werden wird...die Schwangerschaft war rückblickend eine sehr intensive Phase in meinem Leben, die ich um nichts in der Welt missen möchte. So ähnlich und doch so verschieden, verglichen mit meinen 2 vorherigen Schwangerschaften. Parallelen, die sich sichtbar machten, aber auch ein gravierender Unterschied, der mich durch die gesamte Schwangerschaft hindurch begleitet hat: das intensivere Wahrnehmen von Emotionen an mir und auch meine Wahrnehmungsfähigkeit des Babys im Mutterleib waren deutlich erhöht. Die ersten Kindsbewegungen nahm ich bereits relativ früh in der 15. Schwangerschaftswoche wahr. Man vergleicht diese oft mit schmetterlingshaften sanften Bewegungen, die auch ich erstmalig deutlich wahrnehmen konnte.

Gefühlschaos


Dieses Gefühl von Leichtigkeit war jedoch nicht ident mit meinem Erleben am Anfang der Schwangerschaft, welche geprägt war von starken Empfindungen, die sich nur mit Mühe zwischen Hoch und Tief einpendelten, begleitet von starker Übelkeit und psychischem Erschöpfungszustand, der, so wie ich im Nachhinein feststellte, nicht von ungefähr kam: eine Mischung aus Selbstzweifel, körperlichen Ursachen wie Hormonumstellung und das Resultat aus belastenden Situationen, die ich schlichtweg in der Frühschwangerschaft unterschätzte - da zu diesem Zeitpunkt nichtwissend und nichtsahnend von meiner Schwangerschaft - manövrierten mich in eine intensive Phase, in der ich mich in einer konträren Gefühlswelt wiederfand. Erst als sich das Gefühlschaos legte, wichen negative Glaubenssätze den positiven, und ich fühlte regelrecht, wie meine Kräfte zurückkehrten.

Wandel der Glaubenssätze

 Ich hatte mich langsam aber doch von den Strapazen der sengenden Hitze im Elba-Urlaub erholt, und ich nahm allmählich wahr, dass ich ein kleines Wunder in meinem Bauch trug. Dass all meine Ängste und Zweifel in Bezug auf das dritte Kind unbegründet waren, und dass wir es schaffen würden. Ich begann mich im Laufe der Schwangerschaft auf bereits erprobte jedoch in Vergessenheit geratene Praktiken, die mich zur Ruhe kommen ließen zu konzentrieren, und ich spürte, dass sie mir extrem gut taten. Sie schenkten mir inmitten des Alltages Kraft und Energie. Und das Beste daran war: ich konnte die Kinder miteinbeziehen in meine wiederentdeckte Routine. Sowohl das Fräulein als auch der Goldjunge waren drauf und dran, meine Achtsamkeits,-und Yogaübungen mit mir zu teilen, und ich bin überzeugt davon, dass wir alle gemeinsam, jeder auf seine Art und Weise, davon profitierten.


Having a break - low media Level


So sehr ich die positive Interaktion mit Gleichgesinnten der Community auf Social Media schätze, so häufig wird mir immer wieder bewusst, wie weit sie den Menschen abdriften lässt vom eigentlichen Leben, wenn einmal ein gewisses Maß überschritten wird, und ich mich am Ende des Tages besinne, wieviel Zeit ich auf digitalen Plattformen verbracht habe. Ein gewisses Maß an Selbstreflexion ist hier von Nützen, damit man sich in dem Gewirr an zugegeben größtenteils positiven und bezaubernden Eindrücken nicht verliert. Der virtuelle Raum übt unbestritten mit all seinen bunten und vielfältigen Facetten eine Faszination aus, hat aber zugleich einen etwas abschreckenden Charakter, wenn man bedenkt, dass er zugleich eine gewisse Abhängigkeit erzeugen kann. Und ein Abhängigkeitsverhältnis produziert Druck, der jedoch seinen Ursprung nicht in der virtuellen Plattform an sich hat, sondern er wird von uns selbst produziert. Deswegen erachte ich es als so unglaublich wichtig und zugleich bereichernd, hin und wieder Abstand zu gewinnen, auf Distanz zu gehen und die Dauerbeschallung durch Medien so gering wie möglich zu halten, auf ein lowest Level zu reduzieren. Genau in dem einen Moment, wenn ein neuer Lebensumstand eintritt, der unsere ganze Kraft, Energie und Aufmerksamkeit erfordert, dann ist es für mich Zeit, mich für eine Weile in mein Schneckenhaus zurückzuziehen.

Warum?

Um ganz bei mir sein zu können, und jeden Moment des Wunders Geburt und der Ankunft eines neuen Menschenleben bewusst und uneingeschränkt zu erleben, ohne wenn und aber, und ohne Pläne für die Zukunft schmieden zu müssen. Ohne mir Gedanken machen zu müssen, welche Fotostrecke nun als nächstes dran ist, und wann ich wohl den nächsten Post online stellen werde. Zahlen und Fakten treten zurück und werden für eine gewisse Zeitspanne irrelevant. Willkommen in der Hortikulturzeit.

Nach meiner geplanten Babypause bin ich in wenigen Monaten auch schon wieder zurück, und freue mich, euch in neuer Frische und mit neuen Ideen á la titantina hier auf dem Blog zu inspirieren, und Einblicke in unseren neu gewonnenen Familienalltag geben zu können!

                                                                 Bis dahin alles Liebe!



Eure Tina






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16 Februar 2018

Upcycling: DIY Baby Hose




Upcycling at it's easiest! Noch bevor es in die Babypause geht (wir sitzen bereits in den Startlöchern und sind gespannt, ob sich das Baby noch in die Liga der Februarbabys einreihen wird!), zeige ich euch ein kleines aber feines Baby Upcycling, nämlich wie aus einem simplen Jersey Shirt eine superbequeme neue Hose für's Baby entstanden ist.

Das Nähpojekt ist auch bestens für NähanfängerInnen geeignet, da der verwendete Schnitt sehr einfach umzusetzen ist, und wie ich meine, der einfachste Schnitt überhaupt unter den Babyhosen.
Ihr benötigt nämlich nur eine Naht! Der Schnitt wurde von mir bereits als Standardmodell für die Hosen des Goldjungen herangezogen, und kam auch schon für viele zu beschenkende Babys zum Einsatz.


Meine Ansprüche an eine Babyhose: bequem zu tragen, mit hohem Bund, mitwachsend und einfach zu kombinieren. Sie erfüllt sie alle. Und deswegen sind schon einige davon entstanden, denn in einer halben Stunde ist das Nähprojekt fertig! Bunt, neutral, uni, mit Muster, mit extrahohem Bund oder auch in Knickerbockerlänge für die warme Jahreszeit: die Hose ist so variabel und absolut passend für jede Jahreszeit. Mein nächstes Vorhaben: eine Hose aus Wollwalk für noch kühlere Tage in der Übergangszeit.

verlinkt: Kiddikram Sew Mini HAPPYrecycling 

Mein absoluter Lieblingsschnitt unter den unzähligen Freebooks aus dem Netz ist unübertrefflich in Punkto Passform und Einfachheit. Ihr wisst und ich wiederhole es immer wieder: ich bin aus Zeitgründen kein großer Fan von zeitintensiven Nähprojekten, und deshalb müssen diese erstens in absehbarem Zeitrahmen umsetzbar und einfach sein. Ich habe mich schon durch etliche Schnittmuster, sei es bezahlt oder als gratis Schnittmuster durchforstet und in die Tat umgesetzt, aber das Freebook RAS übertrifft alle, wie ich finde. Und nein, hier handelt es sich dezidiert nicht um Werbung, sondern rein um meinen persönlichen Erfahrungsschatz.

Tipp: Bei gestreiften Stoffen darauf achten, dass die Streifen beim Zusammennähen genau aufeinanderliegen.



Materialien

Jersey Shirt langarm (hier könnt ihr die Ärmel als Fußbündchen verwenden) oder kurzarm mindestens in Gr. S
Bündchen oder Jersey extra aus eurem Stofflager (für Bündchen)



So habe ich es gemacht:




Am besten das Shirt bügeln. Nehmt euer Schnittteil zur Hand und legt den Bruch exakt auf die seitliche Shirtnaht. Übertragt den Schnitt (Achtung:Nahtzugabe ist noch nicht enthalten) auf das Shirt und schneidet es aus. Je größer das Shirt desto mehr bleibt euch für die Bündchen übrig. Bei meinem Shirt in Gr. S war hierfür leider nichts mehr übrig. Aber dafür gibt es durch den Einsatz von andersfarbigen Bündchen mehr Kontrast.

Das Schnittmuster RAS findet ihr übrigens hier.



Noch mehr DIY Babysachen?

Wie ich einst für den Goldjungen ein upgecyceltes Set bestehend aus Halstuch und Babyhose nähte könnt ihr hier nachlesen.
Mein Babyset bestehend aus 3 FREEBOOKS findet ihr hier.
Bärig geht's beim Babyset mit der Monkey Pants zu.
Auch aus Denim lässt sich ein cooles Denim Upcycling Baby Projekt zaubern.
Etwas Weihnachtliches mit Rudi Rentier gefällig? Hier geht's lang!


Ich wünsche Euch ein happy sewing!

Eure Tina


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10 Februar 2018

Achtsame Geburtsvorbereitung




In Teil 1 konntet ihr bereits Einblick darüber gewinnen, welche Erfahrungen ich mit meinen 2 vorhergegangenen Geburten machen durfte, und welcher persönliche Versöhnungspozess ihnen zugrunde liegt. Welche Ideen und Vorstellungen zum Thema Geburt sich im Laufe der Jahre herauskristallisierten, möchte ich euch heute erzählen.



Eine gedankliche Annäherung an die dritte Geburt

Ich befinde mich im letzten Drittel der Schwangerschaft. Bis dato war für mich klar: nur keine Eile und schon gar kein Stress, zumal kann ich auf 2 sehr konträre Geburtserlebnisse zurückblicken kann, wobei Geburt Nummer 2 für mich einen erheblichen Vorbildcharakter besitzt. Dennoch überwiegt der derzeitige Gedanke: ich möchte für jegliche andere Erfahrung, die vor mir liegt, offen blieben, auch wenn eines ganz klar feststeht. Ich habe ein positives natürliches Geburtserlebnis vor Augen. Dieses Festlegen auf konkrete Abläufe im Geburtsvorgang, wie es oft propagiert wird, besitzt für mich einen fahlen Beigeschmack, was aber nicht gleichzeitig bedeutet, dass ich die positive Einstellung dazu beiseite lasse, im Gegenteil. Ich möchte in meiner Vorstellung so flexibel wie möglich sein, auch offen sein für etwaige unvorhersehbare Situationen, und dabei voller Stärke und Vertrauen auf mein inneres Gefühl reagieren. Mit dem Fortschreiten der dritten Schwangerschaft hatte ich ganz intuitiv und plötzlich den Gedanken: Ich möchte mich auf die Geburt vorbereiten. Der Drang, der Wunsch mich nicht nur mental sondern auch auf physischer Ebene vorzubereiten, nahm überhand. Ich MUSS etwas tun, mich stärken und der aufkeimenden Angst, die sich unweigerlich einschlich, gegenübertreten. Und hier war ich an dem ausschlaggebenden Punkt angelangt: ich möchte die Ängste eruieren, ihnen auf den Grund gehen und sie annehmen können. Hebammen berichten, dass all die Ängste, die sich unangetastet aufgestaut hatten, gerade zum ungeeignetesten Zeitpunkt, nämlich der Geburt manifestieren können, was wiederum den Geburtsprozess hemmen kann.
Allesamt Überlegungen, die mich nach ausgiebiger und intensiver Zeit der Recherche weg von Hypnobirthing in Richtung "achtsamer Geburt" trieben.


(C) Karoline Grill Photography


Rückblick

Bei Fräuleins Geburt vor inzwischen 9 Jahren war ich der festen Annahme, ich wäre gut vorbereitet. Ein paar Standardwerke in literarischer Form hier, ein Geburtsvorbereitungskurs da. Und somit war die Sache erledigt. So mein damaliger Gedanke. Das darauffolgende Geburtserlebnis hat mich jedoch eines anderen belehrt. Inmitten des Prozesses wurde mir klar: du hast eigentlich Null Ahnung, was da gerade mit dir passiert, und somit wurde aus der Idealvorstellung Geburt ein fremdbestimmter Höllenritt. Und speziell eines machte mich extrem wütend: Wo waren die vielgepriesenen erholsamen Pausen zwischen den Mörderwehen? Ich hatte über Stunden hinweg keine! Ich dachte an die Worte meiner damaligen Hebamme aus dem Kurs: Wehen wären ungefähr vergleichbar mit sehr starken Koliken, und ich dachte insgeheim: ach was, sowas schaffe ich doch mit Links, denn ich Grunde zählte ich mich nicht zu den "Zart Besaiteten" und ich war schon einiges an Schmerzen von Kindesbeinen an gewohnt.

Erst Jahre später bekam ich annähernd eine Idee davon, worum es sich beim Thema Geburt eigentlich drehte. Um Selbstvertrauen, das Anwenden von Atemtechniken und letztendlich war die Wahl des Geburtsortes ein unerlässliches Kriterium, um eine angenehme, positive Atmosphäre als Basis zu schaffen.
Wichtige Themen, die ich bei der ersten Geburt kaum streifte, und mich letztendlich verloren und verletzbar machten, haben erst in den letzten Jahren mein Interesse entfacht. Rückblickend auf die erste Geburt fühlte ich mich mit den überwältigenden Schmerzen, die übrigens künstlich herbeigeführt wurden, zur Gänze im Stich gelassen. Meine Atmung hatte weder Hand noch Fuß, und so wurde ich im wahrsten Sinne des Wortes von ihnen überwältigt. Heute weiß ich, dass Angst die Schmerzen verstärkt, jedoch ist  dieses als negativ empfundene Erlebte Teil meiner Geschichte, die mir heute Mut macht, und die mich motivierte, an mir selbst zu arbeiten und mich weiterzuentwickeln.


Gesellschaftlicher Umgang mit dem Thema "Schmerz"

Schmerz begleitet uns ein Leben lang. Er ist nicht wegzudenken, er betrifft alle Altersstufen. Schmerz lässt uns aufhorchen, dass etwas aus dem Gleichgewicht ist, er lässt uns genauer hinhören und in Folge reaktiv werden. Doch was hat es mit den Geburtsschmerzen auf sich? Sind diese denn überhaupt mit herkömmlichen Schmerzen vergleichbar? In den Diskussionen rund um die intensiven Empfindungen während der Geburt wird auch oft von Geburtswellen anstatt von Wehen gesprochen. Grund darin liegt der gesellschaftlich negativ konnotierte Charakter, der dem Wort "Wehen" zugrunde liegt, und der Grundgedanke, dass "Wellen" dem sich aufbauenden und wieder abflachenden Charakter von "Wehen" am besten entsprechen.

 Nancy Bardacke beschreibt in ihrem Buch "Achtsame Wege durch Geburt und Schwangerschaft" den Geburtsschmerz als "Transformationsschmerz", da er Neues entstehen lässt, unseren Körper  in kürzester Zeit wie kein anderer transformiert, und etwas Positives dadurch erschafft. Er ist also ganz klar abzugrenzen von allen anderen Schmerzempfindungen, die uns im Laufe des Lebens aufhorchen lassen und uns vermitteln: hier stimmt etwas nicht. Transformationsschmerz durchzieht alle Altersstufen, so könnte man auch das Zahnen eines Babys oder Kleinkindes dieser Art von Schmerz zuzuordnen. In diesem Sinne ist es kein gewöhnlicher negativ konnotierter "Schmerz", wie er auch gesellschaftlich geprägt ist. Die Autorin, selbst jahrzehntelang als Hebamme und Achtsamkeitslehrerin  tätig, hat erstmals das Thema Achtsamkeit in der Geburt mit ihrem Mindfulness Based Childbirth and Parenting Program, kurz MBCO, verknüpft. Das ganzheitliche Konzept dahinter ist jedoch nicht rein auf die Geburt anwendbar sondern kann uns ein ganzes Leben lang begleiten. Ob es nun das Kleinkind ist, das umgeben von genervten Menschen prompt an der langen Schlange vor der Kassa zu toben beginnt, oder eine andere streßbehaftete Situation. Wir alle sind dem Alltag und seinen Herausforderungen unweigerlich ausgesetzt.
So kann jeder von uns von Ruhe, Entspannung und innerer Ausgeglichenheit profitieren, aber in Punkto Geburt liegt der Achtsamkeitspraxis ein ganz besonderer gravierender positiver Effekt zugute.

Immer wieder liest und hört man von verschiedenen Seiten, sowohl von Gebärenden als auch von GeburtsbegleiterInnen von der schmerzfreien Geburt ohne Interventionen von außen und ohne medikamentöse Unterstützung. Ja, es gibt sie tatsächlich, und ich finde, es ist ein für viele unglaubliches und unerklärliches Zeichen dafür, dass auch diese Variante des Geburtserlebnis Realität sein KANN, aber nicht MUSS. Dennoch stellt Schmerzfreiheit für mich eine der unzähligen möglichen Variationen von Empfindungen während der Geburt dar, aber alleine das Wissen darum kann die Einstellung der Frau zu diesem Thema stark verändern, wenn man nur flexibel für all sein Abweichungen bleiben kann. Und genau das ist auch der Grund dafür, warum es von mir nicht zum Mekka des Geburtserlebnisses erkoren wurde.

Schmerz verstehen - es geht um die Beziehung

Als wichtigste Hilfe zum Verständnis um das Thema Schmerz und das Zusammenspiel von Faktoren, auf welche Art und Weise der Schmerz an Intensität zunimmt, erschien mir die Erklärung von Nancy Bardacke über das Zusammenwirken von verschiedenen Faktoren. Demnach liegen dem Schmerz 3 Komponenten zugrunde:

Die sensorische Komponente
Der Körper reagiert auf einen Schmerz auf physischer Ebene (ein simples Beispiel: ich stoße mir den Zeh an), indem Nervenzellen vereinfacht ausgedrückt eine Botschaft an das Gehirn weiterleiten, und diese Information hat eine Reaktion unsererseits zur Folge.

Die affektive Komponente
Als affektive Komponente werden alle Gefühle beschrieben, die mit diesen Empfindungen einhergehen.

Die kognitive Komponente
Die Gedanken, die unser Geist unaufhaltsam produziert, und die der Empfindung zuzuschreiben sind, sind der kognitiven Ebene zuzuschreiben. Meist kreisen die Gedanken bei einer Empfindung, der wir das Attribut "schmerzhaft" zuschreiben würden, um die Zukunft und sind mit dem Gefühl der Angst und Sorge verknüpft.

Diese drei beschriebenen Komponenten wirken bei jeder körperlichen Empfindung, jedoch können wir beim Anwenden der Achtsamkeit Einfluss auf das physische Schmerzempfinden nehmen. Während das sensorische Erleben einfach passiert, da es von unserem Gehirn aus gesteuert wird, haben wir sehr wohl Einfluss auf die 2 anderen Komponenten, indem ich die Achtsamkeitspraxis, genauer gesagt das bewusste Atmen, das mir erlaubt, im Hier und Jetzt zu bleiben, gezielt anwende. So bin ich in der Lage, aufkeimende Gefühle und Gedanken bewusst wahrzunehmen, und mich gleichzeitig auf den Atem als Anker zu konzentrieren. Im Grunde geht es darum, die Empfindungen nicht zu verdrängen, sondern anzunehmen, im Moment zu verweilen, jede Welle aktiv mitzugestalten und die darauf folgende Entspannung der Wehenpause als tiefes Gefühl der Entspannung und des Friedens zu erleben.

Somit trete ich heraus aus dem "Reagieren" (was bei Schmerzempfindungen meist mit Angst und Widerstand einhergeht, was wiederum ein immenser Schmerzverstärker ist) hin zum bewussten "Antworten", sprich dem Wahrnehmen und Akzeptieren der Empfindung. Wir lösen uns von den Vorstellungen und negativen Angst produzierenden Geburtsgeschichten, die uns bereits in der Vergangenheit untergekommen sein mögen, die unser Geist unablässig produziert, die jedoch den Geburtsprozess negativ beeinflussen.

(C) Karoline Grill Photography



Atemtechniken

Sie rangieren in Punkto Geburtsvorbereitung unangefochten an erster Stelle, denn genau sie sind es, die, wie ich ich finde, die größte positive Auswirkung auf Körper und Geist während der Geburt haben. Deshalb finde ich, dass ihnen im Rahmen einer Geburtsvorbereitung eine ganz zentrale Stelle einberaumt werden sollte, da sie als Anker für eine entspannte Geburt eingesetzt werden können. Leider musste ich aus eigener Erfahrung feststellen, dass dies und die damit verbundene Praxis, die es dafür benötigt, leider allzu oft zu kurz kommt. Damit die verschiedensten Atemtechniken auch in Fleisch und Blut übergehen, lohnt es sich auf jeden Fall, diese im Alltag oder auch gezielt zu verfestigen, sei es, ob man vor der Ampel steht, sich vor der Kasse langweilt oder gerade nichts zu tun hat (auch wenn das im Alltag mit Kindern zugegebenermaßen sehr rar ist!).
So habe ich es mir zum Ziel gemacht- wie auch schon bei der Geburt des Goldjungen- den Atem als meinen ständigen Begleiter während der Wellen zu betrachten. So kann ich mir immer wieder in Erinnerung rufen, den ständig herumirrenden Geist und all die damit verbundenen aufkeimenden Ängste und Zweifel, zu besänftigen, um wieder zur Ruhe kommen, und so Kraft und Ausdauer für die nächste sich heranbahnende Welle zu sammeln, sie bestenfalls sogar zu "begrüßen", in dem Wissen, dass uns jede Welle unserem Kind näherbringt. Besinne ich mich auf den Atem, wird zudem auch ein Entspannungszustand gefördert, der Körper und Baby mit einem Plus an Sauerstoff versorgt, der zugleich Raum für das Ungeborene schafft. Es kommt zur Ausschüttung von Oxytozin, welches unerlässlich für den Geburtsprozess und die Wehentätigkeit ist. Dieses Hormon wirkt dem Adrenalin entgegen, das in stressbehafteten Situationen, die den Charakter von Flucht oder Kampf besitzen, produziert wird, und welches den Geburtsvorgang sogar entschleunigen, wehenhemmend wirkt uns sogar einen Geburtsstillstand mit sich ziehen kann.

Bei allen Atemtechniken bediene ich mich der tiefen Bauchatmung, auch bekannt aus dem Yoga. Beim Surge Breathing (Erklärung siehe weiter unten) versuche ich durch das lange Einatmen nach der Bauchatmung anschließend auch in das Zwerchfell zu atmen, was meiner Erfahrung nach noch zusätzlichen Raum schafft. Durch meine vertiefte Praxis der verschiedenen Atmungstechniken wurde mir bewusst, welch enormer entspannender Effekt vor allem der langen Ausatmung zugrunde liegt. Dieses Gefühl des Loslassens kann gesteigert werden, indem ich beim Ausatmen auf ein lockeres Kiefer achte und den Atmen bildlich gesehen in Richtung Unterleib schicke, beispielsweise mit den Mantren "weit, weich".

Mein Sammelsurium an Geburtsvorbereitungen beinhaltet jene Entspannungstechniken, die mich seit vielen Jahren begleiten, sich für mich als wertvoll erwiesen haben, ohne dass ich mich dogmatisch an einer bestimmten Richtung orientiere. Denn ich finde: gerade dieser Mix aus verschiedenen Techniken und Methoden macht es aus, um flexibel zu bleiben. Und wer weiß, vielleicht gesellt sich die eine oder andere Idee im Laufe des letzten Monats noch dazu!



Tönen


Ich bin mir sicher, jeder hat es schon gesehen bzw. selbst erlebt, und jedem wurde schon davon erzählt: ein Bild einer sich vor Schmerzen kreischenden und windenden Gebärenden, vor Schmerzen außer sich. An diesem Punkt sage ich: auch ein als  "sanft" empfundenes Geburtserlebnis schließt nicht aus, dass man dabei "laut" ist. Während eine Gebärende auf das gewaltige Ereignis mit imposanter Lautstärke reagiert, ist die andere leise und in sich geehrt, wobei das eine das andere ja nicht ausschließt. Und dagegen gibt es nichts einzuwenden. Es kann unglaublich erleichternd sein, bei dieser Naturgewalt und Intensität, mit der die Wellen einhergehen können, sich mithilfe seiner eigenen Stimme zu "befreien", und das ist jedem selbst überlassen, wie er am besten damit zurechtkommt. Als gute Alternative zu hochkehligen einengenden Lauten gilt das Tönen auf tiefe Laute wie Ahhh oder auch Ohmmm, das wir auch aus dem Buddhismus kennen, und die im Gegensatz zu oft verkrampften hohen Tönen wiederum Kraft und Ausdauer geben, und zudem entspannend wirken.

Als Begleitung zum Atmen und zur Förderung der Konzentration habe ich sehr gute Erfahrungen mit dem Zählen gemacht. Ich zähle zwar nicht laut mit, jedoch mithilfe der Finger beim Aufwärtszählen und wieder retour. Anstatt des Zählens können die Wellen auch von Visualisierungen begleitet werden.

(C) Karoline Grill Photography



Visualisierung 


Für mich persönlich habe ich mir eine kleine Geschichte oder Phantasiereise erschaffen, die mich auf den Atemzügen begleiten kann. Sie dient genauso wie das bewusste Atem als Anker, und kann wie das Zählen während der Wehentätigkeit eingesetzt werden, quasi als positives Sinnbild für die Geburt, und um sich auch in der Übergangsphase auf das Atmen besser konzentrieren zu können.


Beim Einatmen schreite ich einen Berg hinauf, oben angelangt hole ich mir eine Kerze und während des Ausatmens schreite ich den Berg hinab in Richtung eines Sees (und da habe ich einen ganz speziellen See mit Vulkan im Hintergrund vor meinem inneren Auge, ein idyllischer Platz, den ich von meiner Guatemala Reise her kenne) und lasse die Kerze auf der Wasseroberfläche schwimmen.
In der Wehenpause machen sowohl das Bild und die spezielle Atmung Pause, und sobald die nächste Welle einsetzt, beginne ich von vorne, bis ich in meiner imaginären Vision den See mit Kerzenlichtern bedeckt habe. So schaffe ich ein imaginäres Bild, eine Vision, die positiv behaftet ist, und die Bewegung beinhaltet, die ich für mich im gesamten Geburtsprozess als so positiv erlebt habe.
 Auf diese einfache Weise kann man sich mit ein bisschen Kreativität und Phantasie ein individuelles persönliches Bild erschaffen, welches den Geburtsprozess begleiten kann. Auch die Imagination einer sich langsam öffnenden Blüte wie einer Rose oder einer Lothusblüte wird gerne für die Geburt verwendet, da sie "öffnenden" Charakter besitzt.



Schwangerschaftsyoga

Zugegeben, Yoga ist zwar kein Fremdwort für mich, und ich habe es vor einigen Jahren auch regelmäßig praktiziert, jedoch habe ich nach einiger Zeit schlichtweg keine Motivation mehrt gefunden, da Entspannungstechniken wie die progressive Muskelentspannung in den Vordergrund rückten. Als ich mir in der Schwangerschaft zum ersten Mal Gedanken zu einer alternativen körperlichen Betätigung außer Spazierengehen, Walken und in der Anfangszeit hie und da Radfahren machte, kam mir auch auf Anraten von schwangeren Freundinnen Schwangerschaftsyoga in den Sinn. Jedoch konnte ich mit einer festgesetzten Stunde an genau einem konkreten Tag an einem mehr oder weniger fremden Ort nicht viel anfangen, und ich zweifelte im Vorhinein daran, ob es mir erstens, mit dem Fortschreiten der Zeit auf die Nerven gehen würde, und ob ich den Wochentag immer einhalten können würde. So beschloss ich kurzerhand, meinen eigenen Yogarhythmus zu Hause zu finden. Und diese Vorgangsweise hat sich eindeutig gegenüber allen anderen bewährt! Ich bin hochmotiviert, meine Yogaübungen im Beisein der Kinder in meinen Alltag zu integrieren und in vollsten Zügen zu genießen. Nichts einfacher als das! Das 20-minütige Programm könnt ihr euch hier ansehen.





Abschließen möchte ich noch erwähnen, dass all meine Tipps und Erläuterungen auf meinen eigenen Erfahrungen beruhen und unabhängig in Eigenregie von mir erstellt wurden. Sie sollen lediglich einem Zweck dienen: meinen Erfahrungsschatz mit euch zu teilen, und meine persönlichen Ideen euch vorzustellen. Und vielleicht kann sich die eine oder andere mit meinen Anregungen für ein positives Geburtserlebnis anfreunden!





Meine persönliche Linksammlung zur Geburtsvorbereitung


Achtsame Wege durch Schwangerschaft und Geburt, Nancy Bardacke

Nancy Bardacke ist Hebamme, Achtsamkeitslehrerin und Gründerin des Mindfulness-Based Childbirth and Parenting Program (MBCP), sowie Assistenzprofessorin an der UCSF School of Nursing.


Die selbstbestimmte Geburt, Ina May Gaskin



Atemtechniken

Überblick Atemtechniken Eine Zusammenfassung
Breathing and Relaxation Mittel für eine entspannte Geburt: Atemtechniken, Imagination, Geburtspositionen, Bewegung
J Breathing Begleitende Atemtechnik für die Austreibungsphase
Surge Breathing  Begleitendes Atemtechnik für die Übergangsphase


Dies & das

Yoga für Schwangere - 20minütige Übungseinheit
Reducing fear of birth Ina May Gaskin


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31 Januar 2018

DIY Babydecke - supereinfach gehäkelt


Winterzeit = Häkelzeit.

Nichts entspannt mich so sehr wie das Häkeln von einfachen Mustern aus dickem, anschmiegsamen Garn, aus denen nicht nur schöne sondern auch praktische und nützliche Babyessentials entstehen. Die Zeit rennt nur so davon, und es ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, in den noch verbleibenden 4 Wochen all die DIY Projekte zu präsentieren, die hier beinahe täglich entstehen. Sei es für das neue Kinderzimmer oder für die Erstlingsausstattung, es wird hier ein Großteil der Babyausstattung selbst gemacht. Es macht Spaß und ist nebenbei eine so sinnvolle Beschäftigung, wenn man mit den eigenen Händen etwas Schönes zaubern kann. Das Beste dabei: ich kann getrost ans Werk gehen, während sich der Goldjunge seinen Spielsachen widmet.





Wie ihr wisst, bin ich ein großer Fan von Merinowolle. Hier habe ich mich bereits mit den Eigenschaften ausführlich beschäftigt. Sie hält nicht nur warm, sondern hat an heißen Tagen auch kühlende Eigenschaften. Also perfekt für den Einsatz als universelle Ganzjahres-Babydecke, sei es im Auto, Unterwegs oder auch zu Hause zum Zudecken des Babys, ohne das Baby zu überhitzen.

Nach einer ausgiebigen Recherche nach einem passenden Häkelmuster habe ich mich für dieses sehr wirkungsvolle Muster entschieden. Warum? Es erfüllt zu mehr als 100% meine Voraussetzungen: es ist supereinfach zu häkeln, sodass es bereits nach den ersten Wiederholungen sitzt, und man ganz entspannt mit seinem Vorhaben auch neben einem Kleinkind ohne höchste Konzentration sein Projekt fortsetzen kann. Denn mein Motto: Häkeln soll nicht anstrengen, sondern ausgleichenden Charakter besitzen, bestenfalls sogar einen meditativen Effekt hervorrufen. Das Projekt eignete sich auch perfekt für mein erworbenes Garn und erzeugte diesen gewollten "chunky" Effekt, denn es war  genau in meinem Sinne, dass die Decke ruhig ein wenig auftragen konnte, ohne dass ein löchriges Muster entstand, was womöglich der Zugluft freien Lauf ließe.





Das Tutorial für die Häkeldecke war mir jedoch etwas zu klein, weshalb ich die Decke im Endeffekt auf die Größe 72cm x 77cm ausweitete. Zusätzlich habe ich die Decke noch rundherum mit 2 Reihen halbe Stäbchen umhäkelt. So erscheint sie mir perfekt für den Einsatz als multifunktionale Baby- oder auch Kleinkinddecke.

Materialverbrauch: 

10 Knäuel graues Garn Merino Baby (z.B. Schachenmayr, etc.)




Wie ihr seht, ist auch der Goldjunge verliebt in die Decke, und ich denke, es wird in Zukunft noch ein weiteres Modell in einer anderen Farbe entstehen, vielleicht sogar in XL Größe, da die Decke ratzfatz zu häkeln ist!

Habt ihr schon einmal eine Decke gehäkelt? Wenn ja, was war denn euer Lieblingsmuster?

Eure Tina 

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